GOOD PRACTICE

Unternehmensporträt | ifu Hamburg GmbH - Beratung und Software für Nachhaltigkeitsmanagement

WIR SIND:

ifu Institut für Umweltinformatik Hamburg GmbH
Standort: Hamburg
Gegründet 1992
Mitarbeiterzahl: ca. 30
Branche: Software, Beratung
https://www.ifu.com/

NACHHALTIG & DIGITAL WEIL:

"Wir machen Nachhaltigkeit messbar. Und man kann nichts managen, was man nicht messen kann." Martina Prox, ifu Hamburg

Logo ifu Hamburg GmbH
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© ifu Hamburg GmbH
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Das Team des ifu Hamburg
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Viele Unternehmen haben bereits erkannt, dass ein langfristiger Unternehmenserfolg eng mit dem Thema Nachhaltigkeit verknüpft ist. Sie stehen daher vor der Herausforderung die verschiedenen Aspekte der Nachhaltiggkeit in ihre eigene Realität einzubinden. Das ifu Institut für Umweltinformatik Hamburg steht mit Rat und Tat für Unternehmen zur Verfügung, die sich mit dem Thema Nachhaltigkeitsmanagement auseinander setzen wollen. Martina Prox, Collaboration & Strategy beim ifu Hamburg, berichtet wie Instrumente der Digitalisierung die Erreichung von Nachhaltigkeitszielen vereinfachen können.

Frau Prox, was genau macht das ifu Hamburg?

Martina Prox: Das ifu (Institut für Umweltinformatik) Hamburg begleitet seit 1992 Unternehmen auf dem Weg zu einer nachhaltigen Produktion mit dem Ziel, umweltfreundliche Produkte und eine ressourceneffiziente Produktion zu ermöglichen. Durch Beratungsdienstleistungen als auch Softwarelösungen unterstützt ifu Hamburg Unternehmen, dieses Ziel zu erreichen. 

Was würden Sie sagen, ist Ihr Unternehmen eher nachhaltig oder digital – oder beides?

Martina Prox: Die Kernkompetenz der ifu Hamburg ist es, mit IT-Instrumenten Nachhaltigkeit messbar zu machen, d.h. wir unterstützen und begleiten Unternehmen auf dem Weg zu nachhaltigen Produkten und Prozessen.  

Seit dem Zusammenschluss mit der iPoint-systems GmbH Ende 2017 fokussieren wir unsere gemeinsamen Entwicklungen auf Lösungen für die digitale Circular Economy. Wir sehen es als unsere Verantwortung, die Möglichkeiten der Digitalisierung umfassend für die Erreichung nachhaltiger Produktionssysteme zu erschließen. 

Inwiefern nutzen Sie in Ihrem Unternehmen digitale Technologien, um nachhaltige Zielsetzungen zu verfolgen – ökologisch, sozial oder ökonomisch?

Martina Prox: Ein zentrales Konzept der Digitalisierung ist, dass ein oder mehrere Objekte oder mehrere verknüpfte Objekte aus der realen Welt eine digitale Entsprechung erhalten, einfach ausgedrückt in Form eines Modells. Für unsere Kunden erschließen und verknüpfen wir Daten über deren Prozesse und Produkte in Form von Modellen, die das Produktionssystem abbilden, um sie für Analysen, Planung und Entscheidungsunterstützung im Nachhaltigkeitskontext nutzbar zu machen. 

Damit ist unser größter Beitrag, dass unsere Kunden, die oft produzierende Unternehmen sind, mit unseren Lösungen ihre ökonomischen und ökologischen Zielsetzungen erreichen. Durch den Megatrend der Digitalisierung entstehen ohnehin immer mehr Daten in Unternehmen, diese dienen aber ganz unterschiedlichen Zwecken, und wir machen deren Nutzung für die systematische Steigerung der Ressourceneffizienz in Unternehmen möglich. Denn „You can’t manage, what you can’t measure“. 

Das Team des ifu Hamburg

...ein spannendes, zukunftsorientiertes Arbeitsfeld, das hochinnovativ, sinnstiftend und von einem kooperativen Mindset geprägt ist - das motiviert die Mitarbeiter*innen am ifu Hamburg.

Welcher konkrete Nutzen ergibt sich daraus - für Ihre Kunden und Ihr Unternehmen?  

Martina Prox: Der konkrete Nutzen für unsere Kunden ist ganz klar die Wettbewerbsfähigkeit. In Zeiten von verknappenden Ressourcen und steigenden Rohstoffpreisen ist ein kontinuierlicher Blick auf die Material- und Energieverbräuche im Unternehmen unabdingbar. Digitale Technologien machen vieles möglich, was in der Vergangenheit hinsichtlich Datenerhebung oder Prozesstransparenz als viel zu aufwändig oder auch völlig unmöglich galt. Digitale Technologien ermöglichen es auch, die Komplexität von Produkten, Prozessen, Wertschöpfungsketten und Anforderungen zu verstehen, und für Nachhaltigkeitsverbesserungen zugänglich zu machen.  

Der konkrete Nutzen für ifu Hamburg ergibt sich daraus, dass über die Digitalisierung die Nutzung von nachhaltigkeitsbezogenen Informationen aus der Expertennische und dem rein projektbezogenen Anwendungskontext für unsere Lösungen operativer Bestandteil unternehmerischen Handelns wird. Damit wird sich unsere Anwender- und Kundenbasis und damit auch die Wirkung, die unsere Lösungen entfalten, massiv verbreitern. 

Und wie sieht es mit dem zusätzlichen Energie- und Ressourcenaufwand für die digitalen Technologien aus – wird dieser bereits erfasst und wenn ja, wie fällt die Bilanz aus?

Martina Prox: Mit IT-Lösungen wie Umberto ermöglichen wir ja unseren Kunden gerade eine ganzheitliche Betrachtung, die Unternehmen in die Lage versetzt, ökologische, ökonomische und auch soziale Zielkonflikte, ebenso wie mögliche Rebound-Effekte zu erkennen und bei der Entscheidung für die Einführung neuer Technologien einzubeziehen. Es kommt also immer auf den konkreten Fall an und darauf, den Betrachtungsrahmen angemessen zu wählen, damit eine Verlagerung negativer Umweltwirkungen vermieden werden kann.  

Für die ifu-internen Prozesse haben wir vor einigen Jahren den Corporate Carbon Footprint berechnet, nachdem wir bereits auf erneuerbaren Strom umgestellt hatten. Dadurch konnten wir die typischen Hotspots, neben dem Stromverbrauch, für ein IT- und Dienstleistungsunternehmen ermitteln: internationale Dienstreisen per Flugzeug und Hardwarebeschaffung. 

Heute spielt die Virtualisierung von Servern, das konsequente Leasing von Rechnern, die vom Anbieter garantiert nach unserer Nutzung weitere Lebenszyklen vor sich haben, da sie modernisiert werden können, und die intensive Nutzung von digitalen Kooperationstools für die Zusammenarbeit in der globalen iPoint-Gruppe, ebenso wie mit unseren Kunden, eine wesentliche Rolle.

Dennoch bleiben auch das persönliche Treffen und die Interaktion vor Ort mit Kunden in Form von Workshops eine wichtige Komponente, daher gibt es keine Zielsetzung, komplett auf Reisen oder auch Flugreisen zu verzichten.

Bei Beschaffung und Neuerungen werden immer Alternativen abgewogen, sofern vorhanden. Ein Bilanzierung führen wir punktuell, aber nicht durchgehend systematisch durch.

Welche Abteilungen oder Mitarbeiter befassen sich Ihrer Erfahrung nach in Unternehmen mit Digitalisierung? Welche mit Nachhaltigkeit? Gibt es Schnittstellen?

Martina Prox: In den Unternehmen, in denen wir beratend tätig waren bzw. sind, haben wir folgende Beobachtung gemacht: 

1. In den wenigsten KMUs gibt es Mitarbeiter, welche sich ausschließlich mit dem Thema Digitalisierung beschäftigen. Oft wird das Thema „nebenbei“ bearbeitet. 

2. Erfreulicherweise beobachten wir, dass immer mehr Unternehmen Nachhaltigkeitsthemen mehr Bedeutung zukommen lassen. Es werden häufiger Stellen geschaffen für Umweltmanager, Umweltbeauftragte etc.  

3. Leider erleben wir häufig, dass Umweltmanager/ -beauftragte eine „Inselposition“ im Unternehmen innehaben.  

Fazit: Das Bewusstsein, dass diese Themen zu komplex und strategiebedürftig sind um „nebenbei“ und abteilungsintern bearbeitet zu werden, muss noch geschärft werden.

Wo sehen Sie Stolpersteine auf diesem Weg? 

Martina Prox: Naturgemäß hat jede Abteilung ihre eigenen Ziele und Prioritäten, was an manchen Stellen zu einem „Silodenken“ führen kann. Oft haben wir beobachtet, dass Digitalisierungsbeauftragte (wenn vorhanden) im Unternehmen als Insel operieren. Die Fokussierung und Ausrichtung auf ein langfristiges und schwer greifbares Ziel wie der Digitalisierung kann dort sehr herausfordernd sein. Ein „cross functional“, also ein abteilungsübergreifendes Team, welches sich regelmäßig austauscht, hat sich dabei sehr bewährt.

Welche neuen Kompetenzen sind für die Umsetzung von Nachhaltigkeits- und Digitalisierungsstrategien von den Mitarbeitern gefragt? Welche Rolle spielt die Unternehmenskultur? 

Martina Prox: Die Unternehmenskultur spielt eine maßgebliche Rolle, denn Digitalisierung findet nicht nur in einer Abteilung statt. Alle Mitarbeiter müssen mit ins Boot geholt werden, sie müssen die Strategie nicht nur kennen, sondern auch ihre eigene Rolle und Aufgaben zur Erreichung des Ziels.

Gab es Netzwerke oder Kooperationen, die bei der nachhaltig-digitalen Ausrichtung Ihres Unternehmens besonders hilfreich waren?

Martina Prox: Eine spannende Kooperation ist das „MFCA-mobil“ Projekt mit der Deutschen Bundesstiftung Umwelt (DBU). Dieses zielt konkret darauf ab, Digitalisierung für Ressourceneffizienz und -schonung einzusetzen. Durch die mobile Erfassung von Betriebsdaten sollen Materialverluste in der Produktion minimiert und Einsparpotenziale ermittelt werden.  

Des Weiteren gibt es die regionalen „Mittelstand 4.0-Kompetenzzentren“ und das dazugehörige Netzwerk Mittelstand-Digital, welche KMUs Hilfestellung zu dem Thema Digitalisierung anbieten. 

Vor welchen Herausforderungen stehen Sie aktuell – und welche Rahmenbedingungen müssten idealerweise geschaffen werden?

Martina Prox: In einer Panel-Diskussion zu Digitalisierung und Ressourceneffizienz Ende Oktober 2018, kamen die Panel-Teilnehmer zu der übereinstimmenden Aussage, dass die größte Herausforderung für die Nutzung der Digitalisierung für mehr Ressourceneffizienz „der Mensch“ ist. Wie war das zu verstehen: Zum einen hinsichtlich der Frage, wie Menschen in Unternehmen „mitgenommen“ werden können, wie sie für Innovationen gewonnen werden können, und inwieweit sie den Prozess der Digitalisierung aktiv mitgestalten können.

Auf der anderen Seite wurden die wenig nachhaltigen Konsumpraktiken der Menschen als Herausforderung genannt, die immer wieder drohen, jegliche Effizienzgewinne über Rebound-Effekte und Mehrkonsum zu marginalisieren oder gar ins Gegenteil zu verkehren. Für die „Mensch“ genannte Herausforderung gibt es die Lösung einer Verbesserung der Teilhabe und eine Art von Alphabetisierung in Sachen Digitalisierung und Nachhaltigkeit.

Hinsichtlich der Rahmenbedingungen ist verbesserte Transparenz und Zustimmungspflicht bei der Nutzung von persönlichen Daten durch Unternehmen wichtig und damit einhergehend ein Vertrauenszugewinn, der erlaubt Daten anonymisiert für die nachhaltige Verbesserung von Produkten und Systemen nutzbar zu machen, und grundlegende Innovation zu ermöglichen.

Etwas weiter gedacht: Welche Chancen sehen Sie in der Digitalisierung für eine nachhaltige, lebenswerte Zukunft – und welche Risiken?

Martina Prox: Die Worte „Digitalisierung“ und „Industrie 4.0“ müssen mit Inhalten gefüllt werden, zum jetzigen Zeitpunkt ist es in vielen Unternehmen eine Vision ohne Maßnahmenplan. Wichtig ist die Festlegung eines individuellen Ziels, je nach Kerngeschäft des Unternehmens. Digitalisierung ist ein Mamutprojekt. Operationalisierung mit einer Festlegung von Meilensteinen ist unabdingbar. 

Eine der größten Herausforderungen ist es außerdem, Transparenz über alle Prozesse zu gewinnen, um Ineffizienzen aufzudecken. Denn ein Prozess, der analog ineffizient ist, wird auch digital nicht effizienter sein. Deshalb ist es wichtig Prozesse zu kennen und auch „Altbewährtes“ in Frage zu stellen.

Haben Sie einen praktischen Tipp, den Sie den Lesern mit auf den Weg geben wollen?

Martina Prox: Fragen Sie Ihre Mitarbeiter, welche Prozesse sie in Frage stellen, ob analog oder digital. Welche Dinge tun ihre Mitarbeiter nur, weil es schon immer so war und muss es wirklich so sein? Es ist eine Chance Prozesse gleich effizienter und nicht nur digital neu aufzusetzen.

Vielen Dank für Das Gespräch, Frau Prox!

#BitsundBäume Reihe

Das ifu Hamburg ist Teil einer Reihe zu nachhaltig.digitaler Good Practices, die auf der Bits & Bäume Konferenz am 17. und 18. November 2018 in Berlin vorgestellt wurden.

Jahreskongress 2019

Treffen Sie das ifu Hamburg beim nachhaltig.digital Jahreskongress 2019.


Was wir suchen:

Kooperationen, Projekte, Austausch zum Thema Nachhaltigkeit und Effizienz durch Digitalisierung

Was wir bieten:

Unterstützung für Unternehmen nachhaltiger und ressourceneffizienter zu werden.


Kontaktinformationen

Kontakt: Martina Prox
Position: Strategy & Collaboration
E-Mail: martina.b.prox@ifu.com
Social-Media: https://www.xing.com/companies/ifuhamburggmbh/

Aktualisiert: 15.11.2018

nachhaltig.digital

Treten Sie gerne in Kontakt:

Koordinator
Carl-Ernst Müller
040 - 49 07 11 11
info@nachhaltig.digital 

Standort Hamburg
Osterstraße 58, 20259 Hamburg

Standort Osnabrück
An der Bornau 2, 49090 Osnabrück


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Sponsoren von B.A.U.M. für nachhaltig.digital

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