GOOD PRACTICE

Green Start-up | HEDERA Sustainable Solutions

WIR SIND:

HEDERA Sustainable Solutions
Standort: Berlin
Gegründet: 2019
Mitarbeiterzahl: 4
Branche: IT, Wirkungsmessung
https://www.hedera.online/

NACHHALTIG & DIGITAL WEIL:

Das Start-up HEDERA nutzt das Potenzial der Digitalisierung, um Mikrofinanzinstitutionen bei ihren Bewertungs- und Berichterstattungsprozessen zu unterstützen - diese Angebote bieten nun in der Coronakrise neue Anwendungsmöglichkeiten

Das Team hinter HEDERA -  (v.l.): Dr. Lilo Wagner, Alberto Diaz-Durana, Dr. Natalia Realpe Carrillo, Dr. Alfonso Caiazzo.
Das Team hinter HEDERA - (v.l.): Dr. Lilo Wagner, Alberto Diaz-Durana, Dr. Natalia Realpe Carrillo, Dr. Alfonso Caiazzo.
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Inspiration und Motivation für HEDERA
Inspiration und Motivation für HEDERA
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HEDERA in 60 seconds
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Das Kochen auf Brennholzöfen, das Beleuchten mit Kerosinlampen oder der Dieselgenerator bei Problemen mit dem Versorgen mit Strom: all das ist in vielen Entwicklungs- und Schwellenländern noch Alltag. „Grüne“ Kleinstkredite (Mikrokredite) können energiesparende Alternativen finanzieren und so Mensch und Umwelt helfen. Doch oft ist den Antragsstellern dieser Kredite nicht klar, welche Daten die möglichen Investoren zum Bewerten des Investments von ihnen überhaupt benötigen.

HEDERA entwickelt digitale Lösungen, damit Mikrofinanzinstitute (MFI) und Impact-Investoren besser abschätzen können, ob ihre Investitionen die gewünschte nachhaltige Wirkung entfalten. MFI haben enge Beziehungen zu Kunden in den entlegensten Regionen und spielen in der Entwicklungsarbeit und Armutsbekämpfung eine immer größere Rolle. Durch Haushaltserhebungen können Aussagen über die Einnahmen der Haushalte getroffen werden, wofür Geld ausgegeben wird und welche unterschiedlichen Lebensbedingungen es in einem Land gibt. Die MFI vergeben Mikrofinanzierungen in Entwicklungs - und Schwellenländern, um einkommensschwächere Menschen zu unterstützen. Wie das funktioniert, zeigt das Erklärvideo von HEDERA.

HEDERA in 60 seconds

Die innovativen Tools von HEDERA helfen den MFI, sich ein detailliertes Bild über die Grundbedürfnisse einzelner Haushalte zu verschaffen, ihre Mitarbeiter remote zu schulen und sich effizient mit den Interessensgruppen der Mikrofinanzbranche in Verbindung zu setzen. Dies wird durch das HEDERA Impact Toolkit erreicht, das aus einer mobilen Anwendung zur Datenerfassung, einem Dashboard mit den Ergebnissen und dem Ort der erfassten Daten sowie automatisierten digitalen Berichten besteht. Außerdem bieten das Startup ein HEDERA Training an, eine E-Learning-Plattform; und HEDERA connect, eine institutionelle Matchmaking-Plattform. 

Wir haben mit der CEO Natalia Realpe Carrilo über die Herausforderungen nachhaltiger Investments, welche Chancen die Digitalisierung für eine nachhaltige Entwicklung in Entwicklungs- und Schwellenländern bietet, und wie HEDERA beides mit seinen digitalen Lösungen unterstützt, gesprochen:

Gibt es bestimmte Herausforderungen speziell in Ihrer Branche – in Bezug auf eine nachhaltige Entwicklung oder eine nachhaltige Digitalisierung? 

Aufgrund der hohen Kosten von Haushaltserhebungen basieren die derzeitigen Standards für die Folgenabschätzung von nachhaltigen Investitionen nur auf qualitativen Indikatoren und / oder Informationen auf Länderebene. Das erste Problem ist die mangelnde Digitalisierung, von der vor allem die kleinen oder in ländlichen Regionen tätigen Institutionen betroffen sind. Das zweite Problem ist der Mangel an technischen Kenntnissen. Daher werden Bewertungsstudien häufig ausgelagert, was die Kosten weiter erhöht.

Inspiration und Motivation für HEDERA

Was ist Ihre Antwort oder Ihre Lösung hierfür? 

Unsere Mission ist es, eine nachhaltige Entwicklung zu fördern, die Kostenreduzierung, Konnektivität und Bildung miteinander verbindet. Zu diesem Zweck entwickeln wir Lösungen, die die Effizienz der Bewertungsprozesse steigern (Digitalisierung der Datenerfassung und -analyse), die Konnektivität zwischen den Beteiligten stärken und den Wissenstransfer zu den in ländlichen Regionen tätigen Institutionen fördern.

Welche digitalen Technologien oder Geschäftsmodelle nutzen Sie, um diese Mission zu verfolgen?

Wir glauben, dass das Verständnis der Bedürfnisse schutzbedürftiger Bevölkerungsgruppen und die Überwachung der Fortschritte auf dem Weg zu einer nachhaltigen Zukunft die Grundlage für eine nachhaltige Entwicklung sind. Unsere Lösungen zielen darauf ab, das Potenzial der Digitalisierung zu nutzen, um Mikrofinanzinstitutionen bei ihren Bewertungs- und Berichterstattungsprozessen zu unterstützen, damit der gesamte Prozess des Impact- und Nachhaltig-Investierens effizienter und transparenter wird.

Wie kann dieser Ansatz für mehr Nachhaltigkeit auch in anderen Bereichen genutzt werden? 

Wir konzentrieren uns derzeit auf die Bewertung des Energiezugangs (SDG7), erweitern unsere Instrumente jedoch auf die Überwachung des Zugangs zu sauberem Wasser (SDG6), die Gleichstellung der Geschlechter (SDG5) und die Bildung (SDG4).

Wie lassen sich anhand der erfassten Daten ökologische Nachhaltigkeitseffekte messen oder abschätzen?  

Effiziente Haushaltsdatenerhebung ist die Grundlage unseres Geschäftsmodells, und die Messung der Auswirkungen auf die SDGs ist unsere Hauptaufgabe. Unser Ziel ist es, die Art und Weise, wie die Auswirkungen gemessen werden, drastisch zu verändern. Dafür statten wir Institutionen, die in abgelegenen und ländlichen Gebieten arbeiten, mit Instrumenten aus, die es ihnen ermöglichen, ihre Auswirkungen mit höchster Genauigkeit zu berichten. Unsere Lösungen erfordern allerdings die Verarbeitung und Analyse großer Datenmengen. Wir untersuchen derzeit verfügbare Alternativen wie Green IT und Green Cloud Computing, um den ökologischen Fußabdruck zu verringern.

Ein Blick in die Zukunft: Welche Chancen sehen Sie in der Digitalisierung für eine nachhaltige, lebenswerte Zukunft – und welche Risiken müssen diskutiert werden? 

Die Rolle von Daten wird immer wichtiger und beinhaltet innovative Technologien für eine qualitativ hochwertige Datenerfassung (Fernerkundung, Satellit, Drohnen). Insbesondere in Bezug auf Haushaltsdaten ist es wichtig, die ethischen und datenschutzrechtlichen Aspekte zu erörtern, die dieser Prozess mit sich bringt. Obwohl Datenschutz in Europa sehr wichtig und ein sehr sinnvolles Thema ist, gibt es noch keine analogen Standards für die Datenerhebung in Entwicklungsländern. Wir bei HEDERA sind fest entschlossen, an dieser Diskussion teilzunehmen. Unsere Projektidee zur Einführung einer DIN-Norm für AI-bezogene Daten wurde kürzlich im Rahmen des DIN-connect 2020 für die finale Runde ausgewählt.

Das Team hinter HEDERA -  (v.l.): Dr. Lilo Wagner, Alberto Diaz-Durana, Dr. Natalia Realpe Carrillo, Dr. Alfonso Caiazzo.

Ihre persönliche Empfehlung?

Nextbillion, SunConnect, Medium

Mein Tipp: Innovationen brauchen mehr als Mut: gute Netzwerke, eine unendliche Leidenschaft und vor allem, Struktur! 

Gab es Netzwerke, Kooperationen oder sonstige Erfolgsfaktoren, die bei der Entwicklung Ihres Geschäftsmodells besonders hilfreich waren?

Wir wurden 2018 von EXIST finanziert und hatten die Möglichkeit, dem Netzwerk des Centre for Entrepreneurship (TU Berlin) beizutreten. Darüber hinaus arbeiten wir eng mit mehreren NGOs zusammen, die im Kontext der nachhaltigen Entwicklung tätig sind (zum Beispiel die französische NGO Convergences).

Wie geht HEDERA mit der gegenwärtigen Coronakrise um?

1) Für Organisationen, die sich für eine nachhaltige Entwicklung einsetzen und persönliche Treffen, Schulungen, Workshops oder Konferenzen absagen mussten, bieten wir unsere Schulungsplattform als Beitrag in dieser Krise bis Ende September kostenlos an. 

2) Da sich das neuartige Coronavirus weiterhin schnell auf der ganzen Welt und in den am stärksten gefährdeten Gemeinden verbreitet, müssen wir in der Lage sein, gefährdete Personen, die möglicherweise infiziert sind, schnell und einfach zu identifizieren. Zu diesem Zweck haben wir einen einfachen COVID-19-Diagnosefragebogen entwickelt und in unsere mobile HEDERA-collect-App integriert. Organisationen in ländlichen Gebieten in Entwicklungsländer können die App, einschließlich des COVID-19-Fragebogens und anderer Fragebögen zum Zugang zu Basisdiensten, kostenlos herunterladen und verwenden. (Siehe: https://hedera.online/covid-19.html

Vielen Dank für das Gespräch, Frau Realpe!

Green Start-up Sonderprogramm:

Das Start-up Hedera ist Teil des Green Start-up-Sonderprogramms der Deutschen Bundesstiftung Umwelt (DBU). Die DBU fördert Unternehmensgründungen und Start-ups, die auf innovative Weise Lösungen für Umwelt, Ökologie und Nachhaltigkeit mit dem Schwerpunkt Digitalisierung verbinden, weitere Informationen hier oder auf dbu.de/startups.


Was wir suchen:

IT-Unternehmen mit Hintergrundwissen in remote Sensing und automatischer Datenerfassung.

Was wir bieten:

Ein umfangreiches Netzwerk auf dem Gebiet der nachhaltigen Entwicklung und Kenntnisse der Instrumente und Methoden zur Folgenabschätzung.


Kontaktinformationen

Kontakt: Dr.-Ing. Natalia Realpe Carrillo
Position: CEO
E-Mail: natalia@hedera.online
Social-Media: https://www.linkedin.com/company/hedera-online/

Aktualisiert: 15.04.2020

nachhaltig.digital

Treten Sie gerne in Kontakt:

Koordinator
Carl-Ernst Müller
040 - 49 07 11 11
info@nachhaltig.digital 

Standort Hamburg
Osterstraße 58, 20259 Hamburg

Standort Osnabrück
An der Bornau 2, 49090 Osnabrück


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