Wo findet man grüne Hardware?


Sonderreihe Arbeitswelt | In Teil 3 der Blogreihe geht es um die materielle Seite des virtuellen Arbeitens und deren Ressourcenverbrauch. Wir starten mit der Frage nach nachhaltiger Hardware und simplen Konfigurationen - und je 5 einfache Antworten.

Start vom Schwerpunkt
Start vom Schwerpunkt "Green IT" unserer Sonderreihe Arbeitswelt
© nachhaltig.digital / Marie-Pascale Gafinen
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Merkblatt nachhaltige Hardware
Merkblatt nachhaltige Hardware
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Merkblatt für ressourcenschonende Konfigurationen
Merkblatt für ressourcenschonende Konfigurationen
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Zu Beginn des Artikels stand die Frage, wo sich nachhaltige Hardware finden lässt und ob es simple Konfigurationen (Rechner-/ Browser-Einstellungen) gibt, die einen Einfluss auf den Ressourcenverbrauch haben. Auf beides haben wir Antworten gefunden!

259.760.000 Computer und 119.000.000 Tablets wurden allein 2018 weltweit abgesetzt (IDC, 2020; Gartner, 2020). Für die kommenden Jahre werden ähnliche Absatzzahlen prognostiziert. Kein Wunder, kommt kaum mehr ein Arbeitsplatz ohne digitale Endgeräte, oder digitale Komponenten aus. Der Ausstattungsgrad in deutschen Haushalten zeigt ein gleiches Bild. Laut dem statistischen Bundesamt lag 2019 der Ausstattungsgrad mit digitalen Endgeräten bei 91,6 %. Mit zunehmender Virtualisierung unseres Alltages, der Arbeitswelt und Arbeiten aus dem Homeoffice lohnt sich ein Blick auf den ökologischen Fußabdruck, der durch die Hard- und Softwarenutzung entsteht - sowie auf einfache Stellschrauben für Unternehmen und Arbeitnehmer*innen, wie dieser minimiert werden kann. Bevor die Freude über ein neu erworbenes Gerät überwiegt, lohnt es sich kurz inne zu halten und eine reflektierte Entscheidung zu treffen, denn die Hardware benötigt Ressourcen, dessen Betrachtung oft vernachlässigt wird

Gerade Unternehmen und Einrichtungen des öffentlichen Lebens, als Großabnehmer von solchen Geräten, haben die Möglichkeit durch eine nachhaltigere Beschaffung den Ressourcenverbrauch zu senken. In diesem Beitrag wollen wir Möglichkeiten aufzeigen, wo nachhaltigere Hardware zu finden ist und wie die Ressourcenbeanspruchung im Arbeitsalltag gesenkt werden kann.

Vorweg möchten wir noch das Siegel Energy Star des amerikanischen Umweltministeriums einordnen: Das Siegel ist vielen Personen bekannt und haftet an mindestens ebenso vielen technischen Endgeräten. Im Folgenden werden auch Tipps aus den Leitfäden des Energy Stars aufgegriffen, jedoch sehen wir die Zertifizierung selbst eher kritisch. Trotz der großen Marktakzeptanz wird keine Überprüfung der Zertifizierung durchgeführt, ob der*die Hersteller*innen die richtigen Messungen ausführen und die Produkte korrekt deklarieren.

Alternativ zu diesem Siegel verweisen wir an dieser Stelle auf den Blauen Engel des Umweltbundesamtes. Geräte wie Computer, Telefone oder Multifunktionsgeräte sollten, sofern für die Produktgruppe vorhanden, ein Blaues Engel-Siegel aufweisen. Das steht für langlebige, recyclinggerechte sowie emissions- und lärmarme Hardware mit geringen Energieverbrauch, wovon auch die Innenraumbelastung am Arbeitsplatz oder zu Hause profitiert. Die jeweiligen Auflagen und Produktgruppen werden, besonders im IKT Bereich, stetig angepasst und erweitert. Weitere Infos hier.

Im ersten Teil des Beitrages zeigen wir, wo nachhaltigere Hardware zu finden ist. Im zweiten geht es um Browser-Einstellungen im Arbeitsalltag, aber auch im privaten Gebrauch, die helfen Energie zu sparen. Insbesondere darauf kann auch kurzfristig im Homeoffice Rücksicht genommen werden.

Nachhaltige Hardwarebeschaffung

  1. Der Austausch von herkömmlichen Rechnern gegen Laptops ermöglicht nicht nur ortsunabhängiges Arbeiten, sondern spart auch enorm viel Energie. Ein Standrechner verbraucht im Leerlauf durchschnittlich 78 Watt, wohingegen ein Laptop lediglich 8 Watt benötigt.
  2. Bei der Anschaffung von Hardware sollte darüber nachgedacht werden, ob Neugeräte nötig sind. Es gibt die Möglichkeit, Zweitgeräte bzw. alte Leasinggeräte zu erwerben – dies sogar noch mit Restgarantie. Beispielsweise können solche, meist viel günstigere Gebrauchtgeräte, bei techbuyer oder laptsore erworben werden.
  3. Fairphone produziert nachhaltigere Smartphones. Die modulare Bauweise ermöglicht es, einzelne Bestandteile bei einem Defekt auszutauschen oder aufzurüsten. Ein ausführliches Porträt findet sich hier: https://nachhaltig.digital/index.php?menuecms=2830&id=311
  4. Der Verein Nager IT e.V. stellt faire und nachhaltige Computer Mäuse her. Was der Ansporn ist und wie dies genau funktioniert, wird in dem Blogbeitrag erklärt:https://nachhaltig.digital/index.php?menuecms=2830&id=361
  5. Kombinieren von Funktionen. Bei der Anschaffung neuer Hardware sollten nach Möglichkeit verschiedene Funktionen in einem Gerät kombiniert werden – das spart Ressourcen in der Herstellung. Beispielsweise kann ein Drucker mit Faxgerät, Kopierer und Scanner angeschafft werden, anstelle von vier einzelnen Geräten.

merkblatt

 

Konfigurationen des Computers und des Browsers schonen Ressourcen

  1. Ad-Blocker installieren. Dies schützt nicht nur vor ungewollter Werbung, sondern reduziert auch den Energieverbrauch, da die Werbeseite nicht aufgebaut wird.
  2. Browser Ad-Ons machen die Umweltbelastung sichtbar. Mithilfe von Ad-Ons, wie carbonanalyzer, wird das verursachte CO2 des Browsers ermittelt und in ein verständliches Äquivalent umgewandelt. Es ist so möglich, energieintensive Websites zu identifizieren.
  3. Energieeffiziente Standby / Ruhemodus-Einstellungen wählen. Die Einstellungen von PC/Laptop sollten so gesetzt werden, dass das Gerät nach 5-20 Minuten in denStandby-Modus und nach 15-60 Minuten in den Ruhezustand wechselt. Die Einstellung mit der geringsten Zeitspanne bedeutet zeitgleich die größte Ressourceneinsparung.
  4. Dokumente in der Cloud verhindern unnötige Duplikate. Bei einem gemeinsamen Arbeiten an Dokumenten ist es sinnvoller, einen Link zu in der Cloud befindlichen Dokumenten zu verschicken, anstelle des Dokumentes selbst. So wird das Risiko, das Änderungen verloren gehen, minimiert und die Gefahr, dass solche Dateianhänge in den Tiefen des Postfaches verschwinden und unnötig Energie/ Serverkapazitäten in Anspruch nehmen, minimiert.
  5. Mit 56 Anfragen einen Baum pflanzen. Eine Suchanfrage erzeugt ungefähr 0,2 Gramm CO2. Aufsummiert hat Google errechnet, dass so 2,3 Terrawatt Stunden im Jahr zusammenkommen. Ecosia ist eine Alternative zum Branchenprimus und investiert einen Teil der Werbeeinnahmen in Aufforstungsprojekte im globalen Süden. Für die Infrastruktur werden die Server von Yahoo genutzt.

Merkblatt für ressourcenschonende Konfigurationen

Dieser Beitrag bildet den Auftakt zu einem neuen Abschnitt der Themenreihe neue Arbeitswelt. In den ersten beiden Bereichen wurden praktische Tipps zum virtuellen Arbeiten vorgestellt und die Bedeutung von Homeoffice im Kontext von Arbeit und Gesellschaft erörtert. Im Folgenden wird die Technik hinter dem virtuellen Arbeiten betrachtet und wie diese möglichst nachhaltig genutzt werden kann – unter dem Stichwort "Green IT§. Es geht um den digitalen Fußabdruck, Rechenzentren und Möglichkeiten, wie ökologisch verträgliche und zeitgleich erschwingliche Hardware für Unternehmen beschafft werden kann.

Wie sich durch Corona unsere Arbeitswelt verändern wird - und wie wir die Krise als Chance für nachhaltigen Wandel nutzen können

 
    
Dieser Beitrag ist in der Sonderreihe Arbeitswelt zum Schwerpunkt "GreenIT" erschienen. Eine Übersicht aller Beiträge der Sonderreihe finden Sie hier.

Aktualisiert: 28.04.2020

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